Hallo, ich bin Florence und ich bin transgender. Viele von euch kennen mich sicherlich unter dem Namen Flo Eyeliner. Heute  erzähle ich euch über meinen Entschluss als Frau zu leben.

Auf floeyeliner.de habe ich bereits einen sehr persönlichen Beitrag verfasst zu meinem Outing als Trans-frau. Ich glaube meine  Veränderung war ziemlich überraschend für einige Menschen. Jedoch  war ich schon immer sehr feminin  und kleidete mich auch dementsprechend. Die typische maskuline Rolle kam für mich nie in Frage. Jedoch hätte ich nicht gedacht, dass ich den Mut finde auch wirklich komplett als Frau zu leben.

Während die meisten Jungs mit Fußball spielten hörte ich die Spice Girls, spielte mit Barbies oder schaute Sailor Moon.

Die ersten Anzeichen gab es eigentlich schon in meiner  Kindheit als ich  die Pumps meiner Mutter anprobierte.  Später zog ich auch feminine Kleidung an und fühlte mich eben gut darin. Als Teenager experimentierte ich  noch mehr mit meinem Aussehen und änderte auch oft meine Haarfarbe.  Als ich meine Ausbildung  im Einzelhandel für Bekleidung begann kam ich  täglich  in Berührung mit weiblicher Kleidung und wollte das auch endlich tragen, aber irgendetwas hemmte mich immer.

In meiner Freizeit schaute ich mir Tutorials zum Schminken an oder hörte Anderen einfach nur zu wie sie über ihr Leben erzählten.

Ich entdeckte  die Plattform YouTube für mich und verfolgte auch regelmäßig Blogs,  die mich  bis heute sehr inspirieren.  Zu der Zeit war die Auswahl überschaubar, was sich mit den Jahren schlagartig änderte. Heute findest du auf YouTube oder auch bei Google unzählige junge Frauen und Männer, die sich mit dem Thema Beauty und Fashion befassen.  Damals wie heute fasziniert es mich wie man durch ein paar Klicks einen kleinen Einblick in das Leben einer anderen Person bekommt.  Ich wollte das alles auch und begann meinen Blog zu eröffnen, in den ich auch wirklich sehr viel Liebe gesteckt habe. Jedoch setzte ich mich mit der Zeit sehr unter Druck, nur um Inhalt zu liefern.  Nach einem Schicksalsschlag in meiner Familie entschied ich mich 2014 den Blog  zu schließen.

Die ersten Monate waren nicht einfach, denn ich war es nicht gewohnt alleine zu sein.

2015 zog ich in meine erste eigene Wohnung. Ich war sehr glücklich darüber etwas Eigenes zu haben.  Ich richtete mein Heim  ganz nach meinem Geschmack ein.  Jedoch merkte ich, dass mir etwas fehlte: die Online-Welt. Nach 2 Jahren Abstinenz  kehrte ich also wieder zurück. Ich richtete mir also wieder Instagram ein und war  positiv überrascht wie lieb ich aufgenommen wurde. Noch heute ist die App eine meiner größten Inspirationsquellen – sei es Make-up, Haare oder Outfits. Anfang 2016  gründete ich dann auch einen eigenen Youtube-Kanal. Anfangs  war ich dort nicht so aktiv, da es eine komplett neue Welt für mich war. Mittlerweile möchte ich Youtuberin sein aber nicht mehr missen. Mir sind die Zuschauer wie auch andere Kollegen sehr ans Herz gewachsen.

Ich wollte mehr als nur der Junge sein, der sich schminkt und hübsch anzieht. Dies war der Moment meines Outings als Transgender.

Ich weiß selbst nicht was mich im letzten Jahr dazu brachte mich öffentlich als transgender zu outen. Ihr könnt mir glauben, es war sicherlich nicht etwas das mir leicht gefallen ist. Auf der anderen Seite wollte ich auch endlich komplett zu mir und der jungen Frau stehen, die ich  schon immer innerlich war. Nach der Veröffentlichung des Videos sah ich wie positiv die Menschen reagierten – egal ob sie mich schon kannten oder nicht.  Natürlich gab es auch negatives Feedback, damit habe ich aber gerechnet.  Letztendlich hat für mich das  Positive  gezählt.

Die Akzeptanz, die sich viele Transgender wünschen, ist leider noch nicht da.

Ich bin unglaublich froh, dass meine Familie so positiv auf mein Outing reagiert hat. Seitdem ich so offen damit lebe habe ich  auch mitbekommen wie unterschiedlich die Mitmenschen auf mich reagieren. Ich denke damit muss man aber auch rechnen.  Ich finde es nur traurig, dass es in der heutigen Zeit noch immer nicht vollständig akzeptiert ist. Trotz allem war der Schritt mir einzugestehen, dass ich transgender bin sehr wichtig.

Ich bin sehr dankbar für die Menschen, die mich auf diesem Weg begleiten und unterstützen.

Ich möchte an dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön aussprechen an alle, die mich bisher begleitet und unterstützt haben. Als Erstes natürlich meine Familie, ohne die es mich nicht geben würde. Dann gibt es da natürlich auch ein paar ganz liebe Bloggermädels, die zu guten Freundinnen geworden sind. Die liebe Lu, die mich seit meinen Anfängen begleitet und mich inspiriert hat. Du bist für so viele Frauen  ein großes Vorbild und auch für mich. Stephi, die ich vor 2 Jahren in Düsseldorf endlich  persönlich kennen lernen durfte. Ich erinnere mich gerne an die Zeit zurück! Auch von dir habe ich mich oft inspiriert gefühlt, vor allem bei den Outfits.  Die liebe Lisa, die mir gezeigt hat wie schön die Youtube-Welt sein kann, wenn man nur an sich glaubt. Danke hier auch an alle Youtuber/innen, die in der Adventszeit mit mir gemeinsam an dem Projekt #24shadesofxmas gearbeitet haben. Zu guter Letzt danke ich meiner liebsten Brittney, die immer für mich da war – in guten wie in schlechten Zeiten. Durch dich habe ich viel Selbstvertrauen entwickelt und natürlich auch meinen Style verändert.

Natürlich gibt es noch viel mehr Menschen, die mich zusätzlich unterstützt haben. Danke euch allen! Ich wünsche euch ein frohes neues Jahr und hoffe natürlich , dass ihr mich auch weiterhin auf meinem   Weg begleitet und wir gemeinsam das Jahr 2017 rocken!

Liebste Grüße,
Florence

12 thoughts on “Ich bin transgender”

  1. Wow,
    in letzter Zeit habe ich nichts mehr von dir gelesen und finde es super, jetzt auf deinen Beitrag zu stoßen 🙂
    Du siehst einfach toll aus und ich finde es super, dass du so offen mit dem Thema umgehst.
    Für mich spielt es keine Rolle, in welchem Körper jemand steckt – ich hoffe, dass dir dein Umfeld im Laufe der Zeit auch immer mehr so begegnet 🙂

    Liebe Grüße,
    Annika

  2. Mein allergrößter Respekt!

    Ich bin beim Scrollen durch meine Facebook-Timeline auf Deinen Beitrag gestossen und schwer beeindruckt. Ich selber kann (und will) mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie es ist, im falschen Körper zu stecken. Aber ich glaube, es muss die Hölle sein.

    Du bist sehr mutig und mit Sicherheit auf dem richtigen Weg, also lass‘ Dich von negativen Reaktionen nicht stören, denn die gibt’s zu allem und jedem.

    Herzliche Grüße von
    Kerstin

    1. Vielen Dank! Ich fühle mich gerührt so etwas zu lesen 🙂 auch wenn noch ein weiter Weg vor mir liegt, das Schwerste ist geschafft 😀

  3. Danke, dass du deine Story mit uns geteilt hast. Ich finde das so authentisch und wunderbar. Ich bin geehrt. Danke.

    Ich finde es schön, dass du lebst wie du dich fühlst und dass, es so viele Leute gibt, die dich begleiten und unterstützen. Insbesondere, dass deine Familie dich akzeptiert und zu dir steht. Das ist gut!

    Bin stolz auf dich, because you’re living your truth. Bleib lieb, sympathisch und stark so wie du bist.

    Ich wünsch dir alles Gute auf deinem Weg!

    Xoxo,

    La Deutsche Diva

  4. Auch wenn wir schon lange keinen Kontakt mehr haben, wollte ich dir eines mitteilen!

    Liebe Florence, ich bin stolz auf dich!!!
    Ich habe dir vor Jahren schon gesagt, dass du nicht auf andere hören, sondern einfach du selbst sein sollst! Ich bin stolz auf dich, dass du diesen Schritt jetzt endlich gewagt hast!

    1. Es ist so schön wieder von dir zu hören!
      Ich denke es hat Zeit gebraucht, um es selbst zu realisieren. Manchmal ärgere ich mich darüber, dass ich nicht früher angefangen habe mein Leben zu ändern. So wäre ich vielleicht schon weiter als ich es jetzt bin, aber es musste wohl so kommen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*